
Länderberichte
über Brasilien und Indien erschienen
Gemeinsam
mit der IG Metall legte das DGB-Bildungswerk zwei neue Broschüren
über die aufstrebenden Länder Brasilien und Indien vor. Die
Publikation über Brasilien untersucht die soziale Lage und
die Situation der Gewerkschaften unter dem seit 2002 regierenden
Präsidenten Lula, einem ehemaligen Gewerkschaftssekretär. Ein
eigenes Kapitel beleuchtet die Auswirkungen internationaler
Rahmenvereinbarungen anhand mehrerer Unternehmensbeispiele aus der
Metallindustrie.
Indien im Spannungsfeld von Wirtschaftsboom, Weltmachtstreben
und sozialer Misere - so lautet der Untertitel der zweiten
Länderbroschüre. Sie untersucht die ökonomische Entwicklung und
den sozialen Wandel in dem Entwicklungsland, das seit 1991 auf dem
Weg zur Wirtschaftsmacht ist. Neben den Besonderheiten der
indischen Wirtschaft widmet sich auch ein Kapitel der
gewerkschaftlichen Arbeit sowie dem staatlichen Arbeits- und
Sozialrecht. Obwohl Indien eine wachsende Rolle beim Outsourcing
von IT-Arbeitsplätzen spielt (siehe Bericht
in den EBR-News 4/2006), sucht man eine deutsch-indische
Kooperation der Gewerkschaften noch vergeblich.

Wie
weit geht die Internationalisierung der IG Metall?
Diese
Frage untersucht der EBR-Forscher Dr. Stefan Rüb in seiner Ende
August 2009 erschienenen Dissertation anhand zahlreicher
Interviews. Neben der Tarifpolitik spielt für ihn die
gewerkschaftliche Betriebspolitik eine zentrale Rolle, darunter
die internationalen Rahmenvereinbarungen zur Durchsetzung
weltweiter Sozialstandards und die Europäischen Betriebsräte.
Deutlich arbeitet er in einem historischen Rückblick heraus, welche Spannungen und Reibungspunkte es innerhalb
einer Gewerkschaftsorganisation gibt, die sich einer
grenzüberschreitenden Perspektive stellen muß, um
handlungsfähig zu bleiben. Rüb kommt zu dem kritischen Ergebnis,
daß innerhalb der IG Metall eine europäische Handlungslogik erst
in Ausnahmefällen praktisch verankert ist.

Aktuelle
Trends der Mitbestimmung in Europa
Im
September 2009 ist dieser Sammelband erschienen, der die Inhalte
einer deutsch-niederländischen Mitbestimmungskonferenz
dokumentiert (siehe Bericht
in den EBR-News 2/2008). Betriebsverfassung in Deutschland und
den Niederlanden, Europäische Betriebsräte und
Arbeitnehmerbeteiligung in der Europäischen Gesellschaft (SE)
sind die Themen. Dr. Werner Altmeyer vom Trainings- und
Beratungsnetz "euro-betriebsrat.de" beschreibt darin die
interkulturellen Probleme der EBR-Arbeit und positive Beispiele
von EBR-Vertragspolitik. Das Buch ist nur in englischer Sprache
verfügbar.
Thomas
Blanke/Edgar Rose/Herman Voogsgeerd/Wijnand Zondag (editors)
Recasting
Worker Involvement?
Recent
trends in information, consultation and co-determination of worker
representatives in a Europeanized Arena
Deventer
2009, 220 Seiten, ISBN 978-90-13-06329-5, € 45,-

Juristischer
Kommentar für SE-Verhandlungen
In
der zweiten Auflage liegt seit September 2009 dieser Kommentar vor,
der insbesondere für Betriebsräte empfehlenswert ist, die von
einer SE-Umwandlung betroffen sind. Fragen der Mitbestimmung in
der SE werden darin ausführlich behandelt. Neben der
Entstehungsgeschichte der SE-Richtlinie sind auch die Regelungen zur
Fusionsrichtlinie eingearbeitet, die die grenzüberschreitende
Verschmelzung von Kapitalgesellschaften betrifft (siehe Bericht
in den EBR-News 4/2006). Während es bei der SE bereits eine
Vielzahl von Fällen vor allem in Deutschland gibt, ist die
Fusionsrichtlinie in der Praxis erst ein einziges Mal zur
Anwendung gekommen, nämlich bei der Versicherungsgesellschaft Münchner Rück
(siehe Bericht in den EBR-News
2/2009).